Freitag, 4. November 2016

[Blogtour] "Schwarzer Horizont" von Ivo Pala




Hallo Ihr Lieben,

und willkommen zum fünften und leider auch schon letzten Tag Tag unserer spannenden  Blogtour zum Roman "Schwarzer Horizont" von Ivo Pala.
André hat euch am Montag bereits das Buch und den Autor Ivo Pala vorgestellt. Nadja hat dann am Dienstag die dunklen Zeiten vorgestellt, bevor Jasmin am Mittwoch über große Vulkanausbrüche in der Geschichte berichtet hat. Die Charaktere wurden euch von Benny am Donnerstag vorgestellt und ich bringe euch heute das Leben eines Galeerensklaven ein wenig näher...




Hier findet ihr übrigens noch einmal unseren gesamten Blogtour-Fahrplan.


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Das Leben eines Galeerensklaven konnte man getrost als "die Hölle" bezeichnen, doch nicht immer war dies so. 

Früher, zu Beginn der Zeiten als es Galeeren gab, haben die Männer sogar freiwillig das Ruder übernommen um erfolgreich in die Schlacht zu ziehen.... Doch zunächst einmal möchte ich, dass ihr euch in das Schicksal eines unfreiwilligen Galeerenruderers hineinversetzt:

Bildquelle
"Er sitzt auf seiner Ruderbank ganz vorne, am Bug der Galeere. Dort, wo die Koordination des Ruders mit dem Wellengang am schwierigsten ist. Schweiß rinnt ihm den Rücken hinab, dafür ist seine Kehle ausgetrocknet. Der letzte Schluck Wasser ist schon wieder 3 Stunden her und bei Temperaturen von über 30° ist das Rudern wahrlich eine Tortur. Er stöhnt kurz, bevor der den Riemen wieder nach vorne drückt. Das Ruderblatt gleitet auf das Wasser herab und taucht ein. Jetzt lässt er, wie alle anderen Ruderer im dunklen und muffigen Bauch der Galeere seinen Oberkörper nach hinten fallen und reißt gleichzeitig den Riemen wieder zu sich heran. Dabei zieht er gleichzeitig das Ruder wieder aus dem Wasser. Das geht nun schon drei Wochen so. Eintönig, jeden Tag. Er ist an seine Sitzbank gekettet. Der Eisenring um seinen Fuß, an welchem die Kette befestigt ist, hat seine Haut  wund gescheuert und auch auf seinem Rücken zeigen sich einige offene Wunden, die ihm der Aufseher mit der neunschwänzigen Peitsche zugefügt hat, als er mit seinem Ruder aus dem Takt geraten war. Zwei Plätze vor ihm wird gerade ein anderer Rudersklave losgekettet und durch einen anderen ersetzt. Dabei bemerkt er, dass der Losgekettete sich nicht mehr rührt. Die Aufseher schleifen den Mann fort und kurz darauf hört er ein lautes Klatschen im Wasser jenseits der Bordwand. Sein Nachbar murmelt: "Der Glückliche! Er hat es überstanden. Ich wollte ich wäre auch tot und würde über Bord geworfen werden. Dann hätte diese ganze Plackerei, die Schläge, der Hunger und Durst wenigstens ein Ende"."


Manch einer erinnert sich vielleicht an Filme oder Bücher, in denen von Galeerensklaven die Rede ist. Doch, wie oben schon geschreiben, waren die Ruderer nicht immer Sklaven. Bei den Römern oder Griechen waren Sklaven auf den Ruderbänken sogar die absolute Ausnahme. Im Mittelalter und in der Antike saßen auf den Bänken freie Männer, Athens Flotte verfügte über besoldete und exzellent trainierte Rudersoldaten. Bei den Römern ruderten Legionäre und Matrosen. Sadistische Aufseher und Kapitäne, angekettete Sklaven - das gab es erst viele Jahrhunderte später - in der christlichen und islamischen Seefahrt.



Soviel zu einem ersten Eindruck über die Lebensumstände eines Galeerensklaven. 

Bildquelle
Die damaligen Galeeren waren bis zu vierzig Meter lang und wurden je nach Größe von 80 bis zu dreihundert Ruderern angetrieben. Zum Glück nutzten die Schiffe oftmals auch Segel, so dass sie Ruderer nicht dauerhaft im Einsatz waren, aber um z.B. auf Flüssen gegen den Strom zu fahren, waren die Ruderer ein absolutes Muss. Auf dem Meer wurden Sie vor allem beim Angriff und bei der Flucht benötigt, um zusätzliche Geschwindigkeit zu erreichen. 
Es gibt verschiedene Geschwindigkeiten, mit denen die Ruderer das Schiff antreiben mussten. Bei "Spurtgeschwindigkeit" (i.d.R. beim Angriff oder bei einer Flucht" waren es bis zu 26 Schläge pro Minute. Wer sich diese Zahl einmal vergegenwärtigt, ahnt, was für eine Qual dies für die Ruderer gewesen sein muss. Bei einer so hohen Schlagzahl mussten die Ruderer aufstehen, ihren Fuß ggen eine Stütze an der vor ihnen angebrachten Bank stellen und ihren Körpber gegen die Riemen pressen. Keine Mannschaft konnte dieses Tempo länger als zwanzig Minuten durchhalten (wobei ich das schon als ziemlich lang empfinge). 

Ein britischer Historiker und Publizist schrieb 1731: "Die Sklaven seien eine Ansammlung »halbnackter, halbverhungerter, halbgebräunter, ausgemergelter Gestalten, die an eine Bank gekettet sind, von der sie oft monatelang nicht loskommen«. Der Ruderdienst sei »die unerträglichste und am meisten gefürchtete Arbeit für einen Mann, der seiner Freiheit verlustig gegangen ist«.  
Bildquelle
Selbst Frankreich besaß im 18. Jahrhundert eine ziemlich beachtliche Flotte von Galleeren mit Tausenden von Galeerensträflingen. Krankheit und Entkräftung machen ihnen zu schaffen, das Leben ist elend. Bei Sturm, Regen und brennender Sonne sitzen sie im Freien. Mücken und andere Ungeziefer quälen sie. Toiletten gibt es keine. Der Gestank an Bord der Galeeren soll so schlimm gewesen sein, dass Offiziere und gelegentliche Passagiere sich bei Windstille Tabak in die Nasenlöcher stopften. Zu Essen gab es Schiffszwieback, gekochte Bohnen oder Brei, zu trinken ausschließlich Wasser. Die Überlebenserwartung an den Rudern in Friedenszeiten veranschlagte man mit 5 Jahren. Tatsächlich überlebten zu diesen Zeiten aber mehr als die Hälfte der Rudersklaven die ersten drei Jahre auf einer Galeere nicht.

Ihr seht also, das Leben eines Galeerensklaven war für die Betroffenen die Hölle und ich kann mir nun viel besser vorstellen, wie es Raymo in dem Buch ergangen ist, als er auf einer Galeere als Ruderer eingesetzt wurde. 

Bildquelle


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    "Ein Leben als bezahlter Galeerenruderer - Traum oder Albtraum? Was meint ihr?
    "
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      Kommentare:

      1. Guten Morgen Jens!

        Das kann man sich heutzutage gar nicht mehr vorstellen oder? Was die Menschen alles aushalten können ist schon heftig ... natürlich gibt es auch heute noch leider Arbeiten, die genauso schwer sind und die auch menschenunwürdige Bedingungen stellen - ich finde das super traurig und denke mir dabei immer: wie groß der Überlebenswillen ist, wenn man das alles durchhalten kann!

        Also ganz klar: Albtraum. Eine Quälerei ohne Ende, die wohl jeden an seine Grenzen bringen würde!

        Liebste Grüße, Aleshanee

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      2. Moin,
        ein sehr interessanter Beitrag. Ich würde definitiv nicht als Galeerenruderer arbeiten wollen. Da kann die Bezahlung noch so hoch sein, sie ständige körperliche Belastung würde das für mich zu einem Albtraum machen.
        LG Steffi

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      3. hmm... als bezahlter Galeerenruderer, kommt sicher auf die Lebensumstände an. Damals waren sicher einige froh, überhaupt etwas zu verdienen. Da nahm man sicher jeden Strohhalm...
        aber wenn es sich vermeiden ließ, dann sicher eher nicht... also Fluch und Segen zugleich..

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      4. huhu -)) Ein toller Beitrag!
        Also ich denke ja, dass dieser Beruf (der für uns in der heutigen Zeit völlig unvorstellbar grausam ist), damals evtl wirklich manchmal für einige ein Segen war. Da sie sicherlich froh waren überhaupt eine Arbeit zu erhalten...und ich glaube, die Menschen damals konnten sich nicht erlauben an die Zuunft zu denken (dass sie dort evtl nur 3 Jahre überleben würden), da für sie nur das heutige Überleben zählte..Dennoch muss ich sagen, wäre für mich diese Arbeit wirklich schier undenkbar....ohne Toilette?? Ahhhh, das alleine ist ja schon der blanke Horror^^

        Liebe Grüße Kendra

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      5. Hallo,

        für mich wäre das ganze ein Albtraum und denke auch nicht, dass ich das lange durchgehalten hätte... vielen Dank für den sehr interessanten Einblick :)

        LG

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      6. Kommt auf die Sichtweise an. Für mich selbst wahrscheinlich eher ein Alptraum.

        Liebe Grüße,
        Daniela

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      7. Hallo und vielen Dank für diesen interessanten Blogtour-Tag! Zur heutigen Frage: Für mich wäre es definitiv ein Alptraum und ich denke, ich wäre auch nicht besonders gut dafür geeignet.

        Liebe Grüße
        Katja

        kavo0003[at]web.de

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